Seit dem Grengang 1928 benutzte die Männergesellschaft Kottenbach-Marktplatz den Waldplatz der Männergesellschaft Thauwinkel-Eschenberg. Den Eschenberger Triesch.
1959 konnte dann die Schutzhütte der Männergesellschaft Kottenbach-Marktplatz auf einem ehemaligen Köhlerplatz im Kottenbachtal fertig gestellt werden.
Für die Planierungsarbeiten war der damalige Revierförster Menghenn verantwortlich.
Weitere Ausbauarbeiten, wie eine Thekenanlage, einen Außengrill und Spielgelände konnten bis 1977 fertiggestellt werden.
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1974 wurde der Brunnen angelegt. Die Bürger der Männergesellschaft Kottenbach-Marktplatz verlegten eine Wasserleitung vom höher gelegenem Ludwigsborn.
Das Rätsel um den Namen „Kottenbach“
Es hält sich hartnäckig das Gerücht, der Name „Kottenbach“ leite sich vom germanischen Stamm der Chatten ab. Doch so charmant diese Theorie klingt, sie ist historisch gesehen eine reine Legende.
Historische Belege widerlegen alte Theorien
Ein Dokument aus dem Jahr 1324 bringt Licht ins Dunkel. Darin wird urkundlich erwähnt, dass ein gewisser Conce Snydirs „2 heller von eyme garten in dem Kodinbache“ an Abgaben zu leisten hatte. Diese älteste Schreibweise „Kodinbach“ entkräftet gleich zwei populäre Annahmen:
Die Chatten-Theorie: Die lautliche Entwicklung passt nicht zur Schreibweise von 1324.
Die Kuhtrift-Theorie: Der Heimatforscher Dr. Schoof deutete den Namen einst als „Kuhdrift“. Er ließ sich vermutlich von Erwähnungen eines „Kuhplatzes“ aus dem Jahr 1909 leiten, was jedoch durch die weitaus ältere Urkunde widerlegt wird.
Drei Erklärungsansätze der modernen Forschung
Sofern der Name nicht auf einen heute unbekannten Personennamen zurückgeht, bietet die moderne Flurnamenforschung drei schlüssige Ansätze:
Morastiger Grund (Schlamm/Mist): Am wahrscheinlichsten ist die Ableitung vom mittelhochdeutschen Wort „kôt“. In alten Flurnamen steht dies häufig für Schlamm oder einen morastigen Wiesengrund – passend für einen Bachlauf.
Einfache Hütte (Kotten): Eine weitere Deutung führt auf das Wort „kote“ zurück, was eine einfache Hütte oder ein kleines Haus bezeichnet.
Isolierstation (Leprahaus): Der Sprachforscher Hans Ramge liefert einen besonders interessanten Hinweis: Regional wurde mit „Kotten“ auch ein Häuschen für Aussätzige vor den Toren der Stadt bezeichnet. Dies ist in Biedenkopf durchaus plausibel, da sich in unmittelbarer Nähe (bei der heutigen Hospitalkirche) das Siechenhaus an der „Siechenhecke“ befand.
Auch wenn der Ursprung nicht bis ins letzte Detail geklärt ist, steht fest: Die romantisierenden Herleitungen von den Chatten oder einer Kuhtrift sind nachweisbar falsch. Vieles deutet auf die Beschaffenheit des Geländes oder eine einfache Bebauung vor der Stadtmauer hin.
Quellenangaben: Becker, Siegfried; Schneider, Karl Heinz; Wenzel, Rolf: Die Flurnamen von Biedenkopf. In: „Geschichte und Geschichten unserer Stadt“ Band 1, S. 39-60.
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