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Kreiskriegerdenkmal

Das Kreis-Kriegerdenkmal (Marktplatzbrunnen) in Biedenkopf, Brunnen

Das Kreiskriegerdenkmal Biedenkopf ist ein markantes Monument auf dem Marktplatz der Stadt. Errichtet im Jahr 1904, erinnert es an die gefallenen Soldaten aus dem Kreisgebiet, die in den Kriegen 1866 und 1870/71 ihr Leben ließen. Die Geschichte dieses Denkmals reicht weit über seine Entstehung hinaus – sie ist eng mit der Identität und Erinnerungskultur der Region verknüpft.

Historische Einordnung und Entstehung

Kreiskriegerdenkmal Biedenkopf historisches Foto 1900–1904Kreiskriegerdenkmal Biedenkopf historisches Foto 1900–1904 Das Denkmal zeigt zwei Soldaten – einen Stehenden bei seinem sterbenden Kameraden. Darunter befinden sich zwei Steintafeln, die an die Kriege von 1866 (Deutscher Bruderkrieg) und 1870/71 (Deutsch-Französischer Krieg) erinnern. Auf den Tafeln sind die Namen der gefallenen Soldaten aus dem Altkreis Biedenkopf eingraviert. Zusätzlich ist das Gesicht von Kaiser Wilhelm II. am Brunnen dargestellt.

Ein Denkmal mit bürgerschaftlicher Unterstützung

Ab dem Jahr 1900 wurde der Wunsch laut, den alten Sandsteinbrunnen durch ein würdigeres Denkmal zu ersetzen. Ein Ausschuss unter der Leitung von Landrat von Heimburg – zugleich Vorsitzender des Kreiskriegerverbandes – übernahm die Planung. Ziel war es, ein möglichst großes und repräsentatives Monument zu schaffen, wie es zur Zeit des Kaiserreichs üblich war.

Die Finanzierung von insgesamt 12.142 Mark wurde durch den Kreis, zahlreiche Spenden, Gemeinden, Banken, Vereine und Unternehmen ermöglicht.

Engagement aus Biedenkopf und Übersee

Auch die Gesellschaften des Grenzgangs beteiligten sich finanziell an dem Projekt. So stifteten:

  • Gesellschaft Hain- und Mühlwegstraße: 35 Mark
  • Gesellschaft Bachgrundstraße: 20 Mark
  • Gesellschaft Kottenbach/Marktplatz: 10 Mark

In Baltimore (USA) gründeten ausgewanderte Biedenköpfer sogar einen Verein, um ihre Heimat aktiv zu unterstützen. Am 4. Dezember 1913 überreichte August Pfeil, Vorsitzender des dortigen "Hilfsdenkmal-Vereins", dem Kreis-Krieger-Denkmal-Komitee einen Scheck über 1.000 Mark. Dieser Verein zählte 51 Mitglieder aus dem Hinterland.

Weitere Spenden trafen aus anderen amerikanischen Städten ein. Besonders erwähnenswert ist Robert Weigel aus Baltimore, der mit 145,83 Mark einen beachtlichen Einzelbeitrag leistete.

Brunnenhistorie: Vom Holzrohr zur Gussleitung

Bereits 1793/94 wurden auf dem Marktplatz Wasserleitungen aus durchbohrten Baumstämmen verlegt. Ein „Brunnenwart“ – ab Mitte des 18. Jahrhunderts belegt – war für die Instandhaltung und das Freihalten der Rohre verantwortlich. Seine Jahresvergütung betrug 20 Gulden. Für jeweils 100 gebohrte Rohre erhielt er 2 Gulden und 15 Albus zusätzlich.

Im Winter schützte der Brunnenwart die frostgefährdeten Stellen – oft mit Kuhmist. Wie lange es diesen Beruf gab, ist nicht belegt, doch angesichts der Bedeutung der Wasserversorgung dürfte es ihn über viele Jahrzehnte hinweg gegeben haben.

Schon 1794 wurden die hölzernen Leitungen durch gusseiserne Rohre ersetzt, die auf der Ludwigshütte gegossen worden waren. Die Stadt zahlte die Rechnung von 289 Gulden in drei Raten über mehrere Jahre hinweg ab.

Multimedia & Bildgalerie

Hinweise zur Handhabung des Fotoalbum sind hinter dem folgenden Akkordeon verborgen.

Sonderausstellung im Schloß

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