Geschichte

Geschichte und Entstehung der Stadt

Man nimmt an, dass im 8. Jahrhundert das Flußgebiet Lahn zum Lahngau gehörte. 

Gegen Ende des 9.Jhd. wurde das Gebiet unter den Enkeln des Herzogs Gebhard (*832 †879) im Lahngau geteilt. Es entstanden die Gebiete Hessengau, Oberlahngau und Niederlahngau. Konrad wurde Graf von Hessen- und Oberlahngaues, die beide die Provincia Hassia bildeten.

Im Jahre 905 fiel Konrad bei der Babenberger Fehde und sein ältester Sohn, Konrad der Jüngere (der Jüngere ist wohl an den Vater angelehnt), erhielt die Würde eines Herzogs der Franken.

Der Grenzgang

In früherer Zeit waren Grundbücher und Grenzsteine noch nicht vorhanden. Daher gehörte es zu den Pflichten der städtischen Beamten die Gemakungsgrenzen abzgehen und zu vermessen. Dies geschah in unregelmäßigen Abständen um den Waldbesitzt der Stadt zu sichern. Die Nachbargemeinden hatten die Möglichkeit an Ort und Stelle Grenzsteitrikkeiten vorzutragen und, im besten Fall, diese zu schlichten. 

Da Städte zu dieser Zeit weitgehende Freiheitsrechte besaßen, dienten diese Grenzbegehungen auch dazu öffentlich zum Ausdruck zu bringen, welche Freiheiten und Rechte die Stadt ihrem Landesherren gegenüber besitzte. Die Stadt hatte auch die Aufgabe rechtszeitig sachkunde Bürger bereitzustellen, die genaue Kenntnisse über den Grenzverlauf besitzen und somit jederzeit Zeugnis über diesen ablegen können. 

Grenzgang - Der Ablauf

Biedenkopfs Reichtum ist sein Waldbesitzt und ist mit der größte kommunale Forst in Hessen. Dieser Waldbesitz sorgte für einen gewissen Wohlstand der Stadt Biedenkopf. Daher galt es immer wieder die Grenzen zu kontrollieren und zu pflegen. Dabei wurden die Grenzen in gewissen Abständen abgelaufen. Orientiert an dem Verlauf hat man sich an der Landschaft durch auffällige Steine, Bach-/Flussläufe, alten Bäumen usw.. Das Wissen darüber wurde von Generation zu Generation mündlich überliefert.