Marktplatzbrunnen (Kreis-Kriegerdenkmal)

Zur Erinnerung an die Gefallenen des Kreises Biedenkopf in den Kriegen 1866 und 1870/71 wurde vom Kriegerverein 1904 am Marktplatz ein Kriegerdenkmal mitsamt Brunnen errichtet.

Vorher stand an dieser Stelle ein Sandstein-Brunnen zur Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser.

Marktplatzbrunnen Foto von 1903Der alte Marktplatzbrunnen: Foto von 1903Das Denkmal stellt zwei Soldaten dar. Ein stehender bei seinem sterbenden Kameraden. Darunter befinden sich zwei Steintafeln, die an die Kriege 1866 (Deutscher Bruderkrieg) und 1870/71 (Deutsch/Französischer Krieg) erinnern. Die Tafeln tragen die Namen gefallener Soldaten aus dem Altkreis Biedenkopf. Ausserdem zeigt der Brunnen noch das Gesicht von Kaiser Wilhelm II. 

Ab 1900 wurden Überlegungen laut, den bestehenden Sandsteinbrunnen durch einen neuen Brunnen zu ersetzen. In dieser Zeit hatte sich ein Ausschuss unter der Leitung von Landrat von Heimburg, der zeitgleich auch Vorsitzender des Kreiskriegerverbandes war, gebildet, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte ein möglichst großes und auffälliges Denkmal zu errichten. In den damaligen Zeiten war dies üblich. 

Die Finanzierung von 12.142 Mark konnte durch den Kreis, durch Spenden, verschiedene Gemeinden, diverser Kreditinstitute, Vereine, Unternehmen  sichergestellt werden. Auch die Gesellschaften des Grenzgangs beteiligten sich an den Kosten für das Bauvorhaben. 
So gingen von der Gesellschaft: 

  • Hain- und Mühlwegstraße, 35 Mark
  • Bachgrundstraße, 20 Mark
  • Kottenbach/Marktplatz, 10 Mark

ein.

In Baltimore/USA haben Auswander sogar einen Verein gegründet, um mit Geldsammlungen ihre Verbundenheit zu ihrer ehemaligen Heimat zum Ausdruck zu bringen. Dieser Verein übergab Biedenkopf Spenden um den Tourismus und die errichteten Waldanlagen zu unterstützen. So ist vom 4. Dezember 1913 protokolliert, wo der aus Biedenkopf stammende Bürger August Pfeil, in seiner Funktion als Vorsitzender des "Hilfsdenkmal-Vereis" in Baltimore/USA, dem 51 Mitglieder aus dem Hinterland angehörten, Carl Vogt als Rechner des Kreis-Krieger-Denkmal-Komitee einen Scheck über 1.000,- Mark überreichen konnte.

Auch aus anderen Städten in den USA gingen einige Spenden ein. Besonders erwähnt wurde ein Robert Weigel aus Baltimore, der einen für die damalige Zeit sehr hohen Einzelbetrag von 145,83 Mark zugesteuert hat. 

1793/94 wurden im Bereich des Marktplatzes Wasserleitungen verlegt. Diese Leitungen bestanden noch aus durchbohrten Baumstämmen. Es gab sogar einen "Brunnenwart", der ab Mitte des 18.Jhd. nachweisbar ist. Der Brunnenwart war für die mittlerweile vier Wasserstellen im Ort zuständig und musste auch die Rohre bohren. Als Vergütung wurden ihm damals 20 Gulden Jahresgehalt gezahlt und für jeweils 100 angefertigte Rohre zusätzlich 2 Gulden und 15 Albus. 
Im Winter musste er die durch Frost gefährdete Stellen abdecken, was zumeist mit Kuhmist geschah. Wie lange es den Beruf gegeben hat, ist leider nicht bekannt. Anzunehmen ist es, dass es den Brunnenmeister sehr lange gegeben hat da eine funktionierende Wasserversorgung für jede Stadt, auch heute noch, überlebenswichtig ist. 

1794 wurden die gebohrten Rohe schon wieder durch auf der Ludwigshütte gegossene Rohre ersetzt. Die Rechnung von 289 Gulden zahlte die Stadt Biedenkopf in einem vereinbarten Zeitraum von drei Jahren in Raten ab. 

Fotos